Im Café von Kurt beginnt der Tag wie gewohnt. Die Sonne scheint durch die großen Fenster, und alle scheinen in Eile zu sein. Doch als Kurt gegen Mittag den Gastraum betritt, merkt er, dass etwas nicht stimmt.
„Hat jemand meine schwarze Jacke gesehen?“, fragt eine junge Frau, die am Fensterplatz gesessen hat. Niemand antwortet. Die meisten Gäste schauen auf ihre Telefone oder in ihre Tassen. Auch das Personal zuckt mit den Schultern.
Kurt ruft alle Mitarbeiter zusammen. „Hat irgendjemand heute eine schwarze Jacke gefunden oder bemerkt, dass jemand ohne Jacke gegangen ist?“ Wieder nur Kopfschütteln. Keiner weiß etwas. Oder tut zumindest so.
In der Küche sagt Fatma: „Ich glaube, jemand hat kurz vor der Frau am Fenster gesessen. Ein Mann mit einem Laptop.“ – „Und du hast ihn gesehen?“, fragt Kurt. „Nur kurz. Man kann sich ja nicht alles merken“, antwortet sie.
Ein älterer Herr meldet sich plötzlich: „Ich habe gesehen, wie jemand etwas vom Stuhl genommen hat. Aber ob es eine Jacke war – ich bin mir nicht sicher.“ – „Also war doch jemand da?“, fragt Kurt. „Vielleicht“, sagt der Mann. „Oder vielleicht war es niemand, und sie hat die Jacke einfach vergessen.“
Am Ende bleibt alles unklar. Die Jacke ist verschwunden. Jemand hat sie mitgenommen. Oder niemand. Oder irgendjemand. Kurt schüttelt den Kopf. „Manchmal kann man einfach nichts tun.“
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